bring back memories

Frueher war alles besser.
Klaus Peter suchte erste politische Praxiserfahrungen im Gruenen Netzwerk Arche, einer Art Oekonetzwerk in der Evangelischen Kirche, und Vera Wollenberger engagierte sich schon einige Zeit beim Friedenskreis Pankow. Einig waren Sie sich aber nicht nur in Ihrer Opposition gegen die DDR-Verhaeltnisse, sondern auch in der Bekannschaft zu einer jungen Frau, welches Klaus Peters platonische Freundin war und welche sich im Wollenberger-Friedenskreis engagierte.
Klaus Peter verlor den Kontakt zu ihr bereits einige Zeit vor der politischen Wende, so dass ihre Rolle nicht geklaert werden konnte. War doch fast jedes Mitglied im Pankower Friedenskreis gleichzeitig informeller Mitarbeiter des Ministeriums fuer Staatssicherheit und man bespitzelte sich groteskerweise gegenseitig.
Dieses Doppelleben fuehrte auch der damalige Ehemann Vera Wollenbergers, bespitzelte seine Frau, welche erst nach der Aufloesung der DDR, der Stasi und des Pankower Friedenskreises davon erfuhr und daraufhin unter anderem ihren Maedchennamen Lengsfeld wieder annahm.
Klaus Peter hingegegen wurde lediglich von seinem Vater bespitzelt, es gab also keinen moeglichen Namenswechsel und es fand auch kein ruehrseeliger Seelenstriptease statt, der einer eventuellen politische Karriere in vereinten Deutschland foerderlich haette sein koennen.
Natuerlich lag das auch an Klaus Peters mangelhaftem Interesse etablierter Politik, meist mit leichter Tendenz zu Politikverdruss.
Ganz anders Vera Wollenberg Lengsfeld. Der urspruenglichen Heimat fast aller DDR Dissidenten, den Ost-Gruenen, kehrte sie 1996 den Ruecken, um in die Partei einzutreten, die sie bis dahin aus wahl- und parteitaktischen Gruenden bekaempfen musste.
So griff sie als Mitglied der Gruenen noch Stoiber an, welcher 1992 sich fuer seine Aeusserungen zu einer ‘durchmischten und durchrassten Gesellschaft’ entschuldigen musste.
Vera Lengsfeld verteidigt in einem Interview mit der rechtsradikalen ‘Junge Freiheit’ ihren neuen CDU-(Ex)Parteikollegen und Antisemiten Martin Hohmann gegen eine angeblich „inszenierte Treibjagd“.
Auch das Problem angeblicher Durchmischung des vereinten Vaterlandes scheint heute fuer Vera Lengsfeld sich aus einem anderen Blickwinkel darzustellen.
Antisemitismus in Deutschland ist fuer sie vor allem ein Problem muslimischer Einwanderer, die Mehrzahl antisemitischer Straftaten schreibt sie dieser Personengruppe zu. Unter diesem Aspekt ist auch ihr Engagement gegen den Moscheebau in ihrer alten Heimat Pankow Heinersdorf zu werten.
Die Linkliste auf ihrer Website liest sich wie das Who-is-Who antikommunistischer Protagonisten. Wie immer bei allen DDR-Dissidenten darf auch hier der selbstmitleidige Verweise auf eine Inhaftierung nicht fehlen, im Fall Wollenberger uebrigens ganze 2 Wochen U-Haft, bevor sie nach England ausreisen duerfte.
Womit sich der Kreis wieder schliesst: Klaus Peter wurde mit einem Fingerzeig in Richtung Stasigefaengnis Hohenschoenhausen von seinem Vater belehrt: ‘Wenn du so weitermachst, kommst du da rein’.
Tja, dazu hat es ja dann leider nicht gereicht.